• Hochpräzise 3D-Digitalisierung als Grundlage belastbarer Analysen
  • Sichtbarmachung und Differenzierung feinster Oberflächenstrukturen
  • Metrische Auswertungen und objektbezogene Messverfahren
  • Vergleichsanalysen zur Erfassung von Veränderungen und Unterschieden
  • Digitale Rekonstruktion und nachvollziehbare Ergänzungen
  • Simulation physikalischer Prozesse zur Untersuchung historischer Nutzung und Funktion

Analyse & Anwendungen

Wissenschaftliche Auswertung digitaler 3D-Daten

3D-Daten machen Objekte messbar und bilden die Grundlage für belastbare Analysen – von der quantitativen Messung bis zur Simulation.

Digitale 3D-Modelle sind keine reinen Visualisierungen, sondern überprüfbare Datensätze. Ihre Aussagekraft hängt unmittelbar von der Qualität der Erfassung und der methodischen Auswertung ab.

Entscheidend sind dabei geometrische Genauigkeit, Auflösung, Datenstruktur und der Umgang mit Artefakten. Diese Faktoren bestimmen, ob Analysen reproduzierbar und wissenschaftlich valide durchgeführt werden können.

Auf dieser Grundlage lassen sich Messergebnisse absichern, Hypothesen überprüfen und weiterführende Verfahren wie Vergleichsanalysen oder Simulationen sinnvoll einsetzen. Digitale Modelle werden so zu einem eigenständigen Werkzeug wissenschaftlicher Erkenntnis und erlauben es, materielle Eigenschaften mit historischen, funktionalen und kulturellen Fragestellungen zu verknüpfen.

Oberflächenanalyse

Feature Detection & Spurenanalyse

Feinste Oberflächenstrukturen werden sichtbar, messbar und systematisch auswertbar – von Werkzeugspuren bis zu Nutzungsspuren.

Hochauflösende 3D-Daten ermöglichen die Analyse kleinster morphologischer Details. Strukturen können isoliert, beschrieben und miteinander verglichen werden.

Ergänzende Verfahren wie Streiflicht- oder Makrophotographie machen zusätzliche Details sichtbar und unterstützen die Interpretation der 3D-Daten.

Die identifizierten Spuren werden im Kontext von Herstellung, Nutzung und kultureller Praxis interpretiert. So lassen sich Herstellungstechniken rekonstruieren, Bearbeitungsschritte unterscheiden und Nutzungsspuren eindeutig zuordnen. Gleichzeitig kann der Erhaltungszustand differenziert bewertet werden.

Analyse

Metrische Auswertung & Messverfahren

3D-Modelle ermöglichen präzise Messungen komplexer Geometrien – reproduzierbar und unabhängig vom Objektzugang.

Die Bandbreite reicht von einfachen Distanzmessungen bis zu Volumenberechnungen, Profilschnitten und Flächenanalysen.

Neben linearen Messungen können auch geodätische Distanzen entlang realer Oberflächen bestimmt werden. Dadurch lassen sich selbst komplexe, gekrümmte Strukturen quantitativ erfassen.

Ergänzende Verfahren wie Sektionsanalysen, Höhenprofile und Krümmungsanalysen erlauben eine differenzierte Beschreibung von Form und Oberflächenbeschaffenheit.

Quantitative Ergebnisse werden dabei nicht isoliert betrachtet, sondern in größere analytische und historische Zusammenhänge eingeordnet.

Die Ergebnisse sind reproduzierbar und bilden eine belastbare Grundlage für wissenschaftliche Auswertungen und Vergleiche.

Vergleich

Vergleichs- & Zustandsanalysen

3D-Datensätze lassen sich direkt vergleichen, um Unterschiede, Deformationen und Veränderungen präzise zu erfassen.

Abweichungen zwischen Modellen können berechnet und als farbcodierte Distanzkarten visualisiert werden. Dadurch werden selbst kleinste Veränderungen in Form oder Lage sichtbar.

Zeitlich getrennte Aufnahmen ermöglichen ein Monitoring von Zustandsveränderungen. Materialverluste, Verformungen oder neue Schäden lassen sich objektiv nachweisen und quantifizieren.

Diese Verfahren werden eingesetzt, um Erhaltungszustände zu bewerten, Deformationen zu analysieren oder Veränderungen durch Nutzung und Umwelteinflüsse zu untersuchen.

Darüber hinaus lassen sich auch Unterschiede zwischen Objekten systematisch erfassen und typologisch vergleichen.

Unterschiede lassen sich so nicht nur beschreiben, sondern im Hinblick auf Entwicklung, Typologie und kulturelle Variation interpretieren.

Interpretation

Rekonstruktion & Kontextualisierung

Digitale Modelle ermöglichen es, fehlende Bereiche zu ergänzen und Objekte in funktionale und historische Zusammenhänge einzuordnen.

Auf Basis vorhandener Geometrie können Ergänzungen modelliert und unterschiedliche Rekonstruktionshypothesen überprüfbar gemacht werden.

Fragmentierte Objekte lassen sich virtuell vervollständigen, ursprüngliche Formen rekonstruieren und funktionale Zusammenhänge nachvollziehen.

Im wissenschaftlichen Kontext werden alle Ergänzungen transparent dokumentiert und klar von gemessenen Daten getrennt.

Rekonstruktionen werden als interpretative Modelle verstanden, die unterschiedliche Hypothesen sichtbar und vergleichbar machen.

Dokumentation

Ableitung von Plänen & Geometrien

Aus 3D-Daten lassen sich präzise und maßstabsgetreue Zeichnungen direkt ableiten.

Durch Sektionsanalysen und Projektionen werden Grundrisse, Schnitte und Aufrisse direkt aus dem Modell erzeugt.

Diese Darstellungen eignen sich sowohl für wissenschaftliche Dokumentation als auch für weiterführende Analysen und Rekonstruktionen.

Segmentierung und Klassifikation ermöglichen zudem eine differenzierte Darstellung komplexer Strukturen und Zusammenhänge.

Die abgeleiteten Darstellungen dienen nicht nur der Dokumentation, sondern auch der Analyse räumlicher, funktionaler und historischer Zusammenhänge.

Simulation

Physikalische & digitale Simulationen

3D-Modelle dienen als Grundlage für Simulationen physikalischer Prozesse und Nutzungsszenarien.
Simulationen werden eingesetzt, um historische Nutzungsszenarien zu überprüfen und funktionale Interpretationen experimentell zu untersuchen.

Auf Basis präziser Geometriemodelle lassen sich unterschiedliche Prozesse untersuchen, etwa Strömungen, Materialverhalten oder mechanische Belastungen.

Je nach Fragestellung werden die Daten direkt verwendet oder für numerische Verfahren wie Finite-Elemente-Analysen aufbereitet.

Simulationen ermöglichen es, Hypothesen zur Funktion, Nutzung oder Belastung von Objekten zu überprüfen und quantitativ zu bewerten.

Damit erweitern sie die Analyse um eine experimentelle, modellbasierte Perspektive.

Analyse
Detection
Messungen

Vergleiche
Rekonstruktion
Pläne
Simulation